BACK TO THE… QUESTLOVE
DJ QUESTLOVE: Quincy Jones unserer Zeit.
Im Jahre 1987 gründete er mit dem Rapper Tariq Trotter (Black Thought) die Band „The Square Roots“, die später als „The Roots“ neue Maßstäbe in Sachen HipHop setzen sollte. Geboren in Philadelphia, ist Ahmir Khalib Thompson, besser bekannt als Questlove, mehr als Schlagzeuger und Produzent - er gilt als Quincy Jones unserer Zeit und ist heute unser Ehrengast. Doch zurück an den Anfang: Gemeinsam mit dem Bassisten Leonard „Hub“ Hubbard und dem zweiten MC Malik B. veröffentlichen Black Thought und Questlove 1993 ihr Debütalbum „Organix“ beim Indie-Label Remedy, von der Öffentlichkeit damals noch weitgehend unbemerkt. „Organic Hip Hop“ nennt die Band ihren Mix aus Jazz und Rap, der sich seit jeher durch trockene, punktgenaue Drums und Live-Instrumentierung auszeichnet. Im Herbst 1994 erscheint beim Universal-Sublabel Geffen mit „Do You Want More?!!!??!“ das erste Major-Album der Band. Mit den Werken „Illadelph Halflife“ (1996) und „Things Fall Apart” (1999) gelingt der Durchbruch. Vor allem mit dem zum Klassiker avancierten Song „You Got Me“ (feat. Erykah Badu) stürmen The Roots auf den HipHop-Olymp. Der Rest dürfte bekannt sein. Im letzten Jahr meldete sich die legendäre Crew mit orchestraler Untermalung auf ihrem elften Studioalbum „Undun“ zurück, das die Geschichte des viel zu früh verstorbenen Redford Stephens (1974-1999) erzählt und die Fragen nach dem Ursprung des Bösen und dem Spannungsverhältnis zwischen eigenem Willen und alltäglicher Realität behandelt. Neben seiner Arbeit bei The Roots startet Questlove in den 90ern auch die Produzententeams The Grand Negaz und The Grand Wizzards, bevor er mit den musikalisch ähnlich gearteten Künstlern Common, Talib Kweli, Mos Def und Q-Tip die Soulquarians gründet – dazu zählen auch Erykah Badu, D’Angelo und J Dilla. Auch Al Green, Bilal, Jay-Z und Nikka Costa begeben sich neben vielen anderen unter die Fittiche dieses Top-Produzenten aus Philadelphia. Sein Stil steht für eine funktionierende Verbindung zwischen dem modernen HipHop und den klassischen Zugängen des Vintage-R’n’B.
Dazu kommen neben Marc Hype und Delfonic auch Kalle Kuts & Daniel W. Best mit ihrer „G.I. Disco“ und dem Sound, der hierzulande in den späten 70er, 80er und frühen 90er Jahren immer zuerst im US Army Radiosender AFN sowie den Clubs der in West-Deutschland stationierten US-Soldaten zu hören war. Sie spielen diese unheimlich groovigen Tunes zwischen Soul, Funk und Disco, die den Einfluss der G.I.s auf die Popkultur der 80er Jahre zeigen.
http://theroots.com/
http://soundcloud.com/marchype
http://soundcloud.com/kallekuts
http://soundcloud.com/delfonic
Text: Roland Grieshammer
DJ Questlove
Delfonic
G.I. Disco
Marc Hype
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