NINJA TUNE NIGHT: LAPALUX & KING CANNIBAL
LAPALUX: Soundlandschaften zwischen GlitchHop, R&B und Pop.
Lapalux, spätestens bekannt seit seinem glitzernden Bootleg Remix von Gwen Stefani’s „Luxurious“, geht heute bei uns gemeinsam mit King Cannibal, bei dem der aggressive Name Programm ist, an den Start. Infolge einer ersten EP auf eigene Faust wird das Label Pictures Music im Jahre 2008 auf den talentierten Künstler Stuart Howard, so Lapalux’ bürgerlicher Name, aufmerksam. Auf seiner Debüt-EP „Many Faces Out Of Focus“ besticht der junge Brite mit einem sorgfältig konstruierten Durcheinander aus handgemachten Rhythmen, tief gehenden Synth-Melodien, unkenntlich gemachten Geräusch-Schnipseln und wilden Sound-Effekten. Nachdem auch seine Remixes (u.a. für die beiden Ninja Tune Künstler Fink und Bonobo) immer wieder für Verblüffung sorgen, nimmt ihn Chiptune-Mastermind Flying Lotus unter seine Fittiche. Im Gegensatz zu den Jazzattitüden seines Mentors bringt Lapalux schwere, zerstückelte Beats mit atmosphärischen Vocals in Verbindung — ganz im Sinne des melancholischen Genreentwurfs. So erscheint im Februar auf Brainfeeder die 7-Track starke EP „When You’re Gone“, und der allgemeine Favorit dürfte wohl „Moments“ sein, eine Kooperation mit der Londoner Sängerin Py. Die dezent jazzigen Texturen mit elektrisierenden Downtempobeats und souligen Vocals sind der perfekte Soundtrack für ein sonniges Wochenende. Durch das Zerstückeln bekannter Harmonien gelingt es Lapalux, Kitsch zu vermeiden. Da wo andere Produzenten nur einfache Striche zeichnen und Ideen aufblitzen lassen, malt Lapalux komplette Soundlandschaften, die irgendwo im Koordinatenkreuz von GlitchHop, R&B und Pop liegen.
Und wer sich den Künstlernamen King Cannibal gibt, macht sicher auch keine Songs für Kuschelrock-Compilations. Mit seiner 12“-Single „Aragami Style“ ist er im Jahre 2008 bei Ninja Tune gelandet. Ein erster Hördurchgang reicht und man wird regelrecht platt gewalzt von der hier vorherrschenden Energie, die roher und sperriger wohl kaum sein könnte und keine Umwege macht, sondern direkt dort einschlägt, wo es weh tut. Angst, Tod, Hass, Sex, Gewalt, Schmerz und Mord sind die zentralen Elemente, die King Cannibal auf seinem furchterregenden Top-Album „Let The Night Roar“ behandelt, sowohl textlich als auch musikalisch. Mit subsonischen Bässen, überraschenden Breaks, flirrenden Flächen und eingestreuten Dancehall-Ausflügen feuert er Drum’n’Bass direkt aus dem Herz der Finsternis auf seine Crowd. Soulmind sowie unser Resident Delfonic freuen sich ebenfalls auf euch.
http://soundcloud.com/lapalux
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Text: Roland Grieshammer
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